Mit Rang 9 nicht restlos zufrieden

Jan Bühn gelang in Albacete ein deutlicher Aufwärtstrend, obwohl das Wochenende unterschiedlich verlief.

Auf dem für ihn fast unbekannten Circuito de Albacete zeigte der 23-jährige Kronauer eine solide Leistung. Ein Test in der Vorwoche war die bislang einzige Gelegenheit für Jan Bühn, diesen engen und winkeligen Rundkurs in Kastilien-La Mancha kennenzulernen. Diese Testfahrten als Vorbereitung für das Meisterschafts-Meeting am vergangenen Wochenende sind jedoch von unbeständigem Wetter beeinträchtigt worden, sodass der Moto2™-Neuling in der hartumkämpften Spanischen Meisterschaft mit den freien Trainings am Freitag sozusagen wieder bei null beginnen musste. Dafür war seine Performance während der Zeittrainings für die Startaufstellung umso erstaunlicher. Einzig ein harmloser Ausrutscher in der Schlussphase des zweiten Qualifying bei enormer Hitze kostete einen besseren Startplatz als Position 14 für das sonntägige Rennen. Zum Zeitpunkt des Rennen waren jedoch die Temperaturen um einige Grad kühler als tags zuvor, was mitunter eine Rolle gespielt hat, dass sich Bühn mit der Abstimmung seiner AJR Moto2-Rennmaschine nicht einhundert Prozent wohl gefühlt hatte. Rang neun entspricht zwar im Großen und Ganzen den Erwartungen des zielstrebigen Athleten, jedoch nach dem verheißungsvollen Qualifying am Vortag wollte Bühn natürlich weiter nach vorne stürmen.

#45 Jan BÜHN (H43T.Talasur-Blumag, AJR) – 9., CEV-Rang 12 – 18 Punkte:

“Das Albacete-Wochenende verlief deutlich besser, als es zuvor in Aragon und Barcelona der Fall war. Am erfreulichsten dabei ist, dass ich mich auf dieser enorm schwierigen Piste mit jeder Session wesentlich steigern konnte. Meine Rundenzeiten wurden ständig besser und während des zweiten Qualifying am Samstagmittag, als es brutal heiß war, war ich wirklich super unterwegs. Ich konnte die Rundenzeiten von QP1 konstant locker fahren. Wenige Stunden zuvor waren die Temperaturen nämlich noch wesentlich angenehmer. Leider bin ich dann in meiner Schlussattacke harmlos übers Vorderrad gestürzt. In meiner letzten Runde habe ich eben versucht, nochmals alles zu geben. Über dieses Missgeschick habe ich mich im Nachhinein gewaltig geärgert, denn die Sektor-Zeiten haben gezeigt, dass ich auf einer klaren Verbesserung unterwegs war. Nichtsdestotrotz war ich nach dieser guten Session für das Rennen entsprechend optimistisch. Natürlich schon wegen der Tatsache, da ich mich auf dem Motorrad richtig wohl gefühlt habe und das Rennen am Sonntagmittag in etwa zur gleichen Zeit gefahren wurde. Das Rennen verlief allerdings gar nicht nach meinem Geschmack. Mein Start war zwar ok und es gelang mir auch meine Position zu verteidigen. Ich wollte auch gleich pushen und nach vorne drängen, aber irgendwie fühlte sich das Motorrad nicht gleich wie am Vortag an. Mir fehlte das Vertrauen in das Vorderrad. In dieser Phase des Rennens konnte ich einfach nicht mehr zulegen und ich merkte auch bald, dass relativ viele Stürze passieren. Da ich selber in jeder Kurve am Limit war, habe ich daraufhin meine Taktik auf sichere Punkte ins Ziel bringen ausgelegt. So gesehen bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, zumal es auch in dem Bereich liegt, den ich mir vorgenommen habe. Auf der anderen Seite bin ich gleichzeitig auch etwas enttäuscht, nämlich dass wegen des fehlenden Feelings nicht mehr dabei herausgekommen ist. Die Top-10-Platzierung zeigt aber zumindest einen Aufwärtstrend, nachdem die zwei Rennwochenende zuvor gründlich daneben gegangen sind. Leider beinhaltet unser Kalender nun wieder eine längere Pause. Mir wäre es lieber, wenn es gleich weitergehen würde und ich sofort weiter an dem Formanstieg feilen könnte. In jeden Fall werde ich in diesen zwei Monaten zuhause in Deutschland eifrig mit meiner Supermoto-Maschine trainieren. Außerdem sind auch private Testfahrten in Cartagena geplant, bevor Mitte August der offizielle CEV-Test vor dem Rennen in Navarra auf dem Programm steht. Wenn immer es geht werde ich mit einem Motorrad trainieren.“

Rangliste Qualifikationstraining:

1. Jesko RAFFIN SWI Ponsracing Kalex 1´31.472 (QP1)
2. Sebastian PORTO ARG Argentina-Stylobike Kalex 1´31.842 (QP1) +0.370
3. Dakota MAMOLA USA GRT Aspar Racing Team Suter 1´32.040 (QP1) +1.727
14. Jan BÜHN GER H43T.Talasur-Blumaq AJRr 1´33.199 (QP1) +0.568

 

Ergebnis CEV Albacete:

1. Jesko RAFFIN SWI Ponsracing Kalex

24´52.606

2. Sebastian PORTO ARG Argentina-STYLOBIKE Kalex

+4.230

3. Xavi VIERGE SPA Targobank Motorsport Mistral 610

+4.554

9. Jan BÜHN GER H43T.Talasur-Blumag AJR

+25.950

 

Moto2™ CEV-Stand 2014:

1.

Jesko RAFFIN Kalex

SWI

100

2.

Florian ALT Kalex

GER

86

3.

Sebastian PORTO Kalex

ARG

69

16.

Jan BÜHN AJR

GER

18

 

Nächstes Rennen: 7. September, Circuito de Navarra

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